2025-10-24 Japanische Whiskys

Japanische Whiskys aus dem vorigen Jahrhundert

Wunderbares Tasting mit Matthias Hartinger

Einmal mehr bot der Weidenthaler Whisky-Club seinen Gästen ein hervorragendes Whisky-Tasting Im örtlichen Schützenhaus.Mit Matthias Hartinger kam ein echter Kenner vom Land des Lächelns in die Pfalz. Sein Wissensgebiet erstreckte sich nicht nur über  Nippons Whiskys, sondern auch über die Geschichte sowie Land und Leute. Und da gibt es ja bekanntermaßen viel zu erzählen.

Zur Begrüßung gab es zur Auflockerung einen exzellenten Nikka-Brandy vom Anfang der 1960er Jahre. Anschließend zauberte das Küchenteam vom Weidenthaler Schützenverein ein japanisches Abendessen auf den Tisch, was prima zu den Whiskys passte und auch noch höchsten Ansprüchen genügte. Als Vorspeise gab es asiatische Frühlingsrollen mit süß-saurem Dipp. Danach folgten japanische Yakitori Hähnchenspieße mit speziell gewürzten Nudelstreifen und einer sehr würzigen Haselnuss-Sauce. Was für ein Gedicht.

Derart gestärkt konnte man sich nun dem Wesentlichen widmen. Alten Whiskys aus dem Land der aufgehenden Sonne. Japanische Whiskys sind teuer, sehr teuer sogar. Aus dem vergangenen Jahrhundert sowieso. Um solchen Raritäten näher zu kommen, kann man sich der Sache nur durch Blends annähern. Als Opener fungierte dabei ein 40%iger Nikka Northland von 1972. Masataka Taketsuru reiste 1918 als junger Student nach Schottland, um die Geheimnisse der Whiskyherstellung zu ergründen – und zurück in der Heimat mit Nikka den Grundstein für japanischen Whisky auf schottischem Niveau zu legen.

Ihm folgte der Suntory Silky mit 43 %, der in den neunziger Jahren nur für den japanischen Markt produziert wurde. Als Geheimtipp wird der alte Suntory „Old“ mit 43 % gehandelt. Shinjiro Torii eröffnete 1924 die Yamazaki Distillery und galt bald als „Nase von Osaka“, da er die feinsten Aromen im Whisky erkennen konnte. Vergleichbar vielleicht mit „The Nose“ Richard Paterson von White & Mackay. Auf den deutschen Markt kam der „Old“ 1950.

Nach einer kleinen Pause hatte der Special Blend „Robert Brown“ von Kirin seinen Auftritt. Diese mehr als außergewöhnliche Memorial-Bottle war tatsächlich auch schon mal bei Sotheby´s Auktionen vertreten. Der dunkelblaue 12eckige Keramik-Dekanter ist aber auch wirklich ein wahrer Augenschmaus. Der limitierte Whisky ist dem gleichnamigen schottischen Arzt und Botaniker gewidmet und praktisch nicht mehr zu bekommen. Ausnahmsweise hatte Matthias Hartinger für die Weidenthaler noch so ein Stöffchen in seinem Fundus.    

Eine Nummer kleiner war danach der 40 %ige Modern Classic „Boston Club“, auch von Kirin Seagram. Der „Black“wurde Anfang 2000 in Japan vertrieben und es gab ihn auch nur einige Jahre. Seit geraumer Zeit ist er ganz vom Markt. „Und in Japan geht die Sonne auf“, wusste schon 1986 Schlagerbarde Roy Black. Das kann man auch vom „Jupiter 80“ behaupten. Dieser 43%ige Blend aus dem Hause Toyo Jozo wurde in den 80er Jahren auf den japanischen Markt gebracht. Die Produktion dauert nur zwei Jahre und wurde wegen der Übernahme der Brennerei durch den Asahi Konzern eingestellt. Abgefüllt wurde der Whisky in einer sehr schönen Dekanterflasche, wovon nur noch wenige existieren.

Außergewöhnlich und zusätzlich gab es dann noch einen Single Malt von Shizuoka, wovon die Bottle 48 von 63 den Weg nach Weidenthal gefunden hat. Ein privat Cask bottling mit 55,6 % aus einem Ex-Bourbon Cask und am Heiligen Abend 2024 abgefüllt. So endete dann exakt zwei Monate vor Weihnachten ein wunderbarer Abend mit prima Whiskys, tollen Geschichten und einem bestens aufgelegten Matthias Hartinger. Nicht zu vergessen das hervorragende Wirtschafts- und Küchenteam des Schützenvereins. Herzlichen Dank an alle Mitwirkende vor und hinter den Kulissen, die zum Gelingen dieses einzigartigen Events beigetragen haben.  

 

Weidenthal, den 26.10.2025

Herbert Laubscher

 

Old Japanese Whisky-Experte Matthias Hartinger mit der Nikka Distillery

 

Drei alte und kaum noch auf dem Markt zu findende Whiskys aus dem Land der aufgehenden Sonne

 

Yakitori   -   Hervorragende Japanische Spezialität mit Hähnchenspießen

 

Ein Teil des genialen Küchen- und Wirtschaftsteams vom Weidenthaler Schützenverein
 

 

Whisky-Experte Matthias Hartinger und Chairman McHerbie vom Weidenthaler Whisky-Club